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Beim Weihnachtstreffen der Priestergemeinschaft Jesus Caritas (Sel. Charles de Foucauld) 1985 sagte der Arbeiterpriester Hermann Daniel in seiner Predigt überspitzt: „Jesus hat dreißig Jahre gearbeitet, hat dann drei Jahre gepredigt und einmal die Eucharistie gefeiert!“

Mit seinem priesterlichen Zeugnis „mitten unter den Menschen“ in der Arbeitswelt hat Pfarrer Hermann Daniel diese Vorlage aufgenommen und gelebt.

Ähnliches konnte ich bereits in meinem Freijahr 1982/83 in Bolivien auf dem Altiplano erleben und in den Bergen rund um Cochabamba als Pfarrer Alejo Gerling (Diözese Würzburg) und ich von Dorf zu Dorf mit Pferd und Maultier gereist sind, mit den Menschen die Sakramente der Taufe, der Hochzeit und der Kommunion gefeiert haben und die armen Leute im Glauben stärkten, die dann ein halbes Jahr auf sich allein gestellt ihren Glauben selbstverantwortlich und eigenständig im Alltäglichen bezeugt haben.

Die Konzentration auf das heilige Messopfer und die damit einhergehende eucharistische Verehrung hatte zur Konsequenz, dass die Bedeutung des Wortes Gottes für das Leben des Einzelnen und für das Zusammenleben der Gemeinde vor Ort verdunkelt wurde.

Des weiteren führte diese Konzentration auf die heilige Messe dazu, dass den Priestern eine herausragende Stellung zugekommen ist: Weil nur sie die Wandlungsworte sprechen durften, wurden sie unersetzbar im Leben der Gemeinden!

Hinzu kommt, dass eine Verarmung in der Kenntnis und der Anwendung der Frohen Botschaft einhergegangen ist, der grüne Katechismus wichtiger erschien als die Heilige Schrift und die Hörigkeit auf diejenigen, deren Aufgabe es war, in der Predigt die konkrete Umsetzung des Glaubens ins Leben, seltsame Blüten trug. Bis zu eindeutigen Wahlaussagen von der Kanzel habe ich in meiner Jugend in meiner Heimatpfarrei Alitzheim erlebt und auch später in meiner Kaplanszeit in Heiligkreuz Würzburg!

Die Würde und die Einmaligkeit des einzelnen Menschen, der durch das Sakrament der Taufe ganz hineingenommen wird in den mystischen Leib Christi, haben wir Katholiken vergessen! Erst nach und nach wurde diese Glaubenswahrheit des Apostels Paulus auch bei uns zur Kenntnis genommen, durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) an verschiedenen Stellen ausdrücklich ins Wort gebracht und durch die Würzburger Synode (1971-75) den deutschen Katholiken eindringlich ans Herz gelegt.

Die Gefahr, von der privilegierten Stellung als Pfarr-Herr durch solche egalitären Gedanken auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden, haben einige dadurch abgewehrt, dass sie bis heute das Priesteramt wie eine Monstranz vor sich hertragen und den sogenannten Laien (Laos = Mitglied des Volkes Gottes!) ihre durch Christus in der Taufe geschenkte Würde streitig machen. „Ich bin der Pfarrer! Und: „Es wird gemacht, was ich als Pfarrer sage!“ das sind einige Blüten, die ein solch anachronistisches Priesterbild hervorbringt, das sich ständig besser stellt und seine Privilegien abzusichern versucht, indem dem einzelnen Laien / Gläubigen seine Würde und Rechte vorenthalten werden.

Daher ist es aus meiner Sicht grundverkehrt, eine Pastoral anhand der existierenden Priesterzahl auszurichten, sozusagen: von oben (Bischof-Generalvikar-Domkapitel) anhand der Zahl der Priester die Neuen Pastoralen Räume festzulegen und so zu tun, als ob Kirche nur dort ist, wo ein Priester / ein Pfarrer das Sagen hat.

Aus den vielen Berichten der EINEN-Welt wissen wir seit mehr als vierzig Jahren, dass es in weiten Gebieten der Welt keinen Pfarrer gibt und trotzdem der Glauben gelebt wird und das Zusammenleben der Gemeinschaft aus diesem Glauben gestaltet und prägt wird.

Graswurzelbewegung, Kleine Christliche Gemeinschaften, Hauskirchen, u.v.m. heißen diese lebenstauglichen Modelle, mit denen die Menschen vor Ort versuchen sich am Evangelium zu orientieren, durch das Wort sich berühren und treffen zu lassen und „das, was sie vom Evangelium verstanden haben, zu leben!“ (Frère Roger, Taizé).

Die derzeitigen Aktivitäten der Diözese Würzburg laufen in die Irre, da sie zum einen „die Zeichen der Zeit“ nicht zur Kenntnis nehmen (Laien - Wort Gottes - kleine Gemeinschaften), zum anderen sehr viel Energie für einen Umwandlungsprozess binden, von dem jede und jeder denkende Mensch wissen muss, dass es so nicht gehen kann (Priesterzahlen nehmen seit mehr als 50 Jahren kontinuierlich in BRD ab!) und in der Art und Weise, wie dieser Veränderungsprozess durchgeboxt wird (von oben nach unten!) sich eines Stils bedienen, der dem Priesterverständnis der Nachkriegszeit entspricht.

Ich kann nur sagen, dass ich weiterhin an der Stelle, wo ich mich hinbeworben habe, meinen Dienst einbringe und versuche, die einzelnen Gläubigen und die Basis, die Gemeinschaft vor Ort zu stärken und zu befähigen, dass sie die ihnen von Jesus Christus verliehenen Würde und Verantwortung erkennen, einbringen und ihren Weg bewusst und selbstbestimmt gehen: Gottes Segen möge uns dabei begleiten und stärken! 

Johannesberg, 21. 11. 2020
Nikolaus Hegler

Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Glattbach-Johannesberg St. Maria und Johannes der Täufer

Aktuelle Informationen

Allgemeine Regeln für öffentliche Gottesdienste

Während der Corona-Pandemie sind in den Gottesdiensten alle vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen einzuhalten. Im Folgenden fassen wir die bei Redaktionsschluss gültigen generellen Weisungen zusammen und bitten um Beachtung. Etwaige kurzfristige Veränderungen entnehmen Sie bitte der Tagespresse oder unserer Homepage www.kirche-glattbach-johannesberg.de: Kommen Sie nur zum Gottesdienst, wenn Sie ...

Roncalli-Zentrum

Pünktlich zum Sommerbeginn kann das Roncalli-Zentrum wieder öffnen. Nach derzeitigem Stand können ab Dienstag, 22. Juni alle geplanten Veranstaltungen stattfinden. Informationen zum Programm finden Sie auf www.roncalli-glattbach.de ...

24. Juni Geburt des Täufers Johannes

Neben Maria, der Mutter Jesu, ist Johannes der Täufer der zweite Patron unserer Pfarreiengemeinschaft „St. Maria und Johannes d.T.“ Sein Geburtsfest feiern wir am 24. Juni. Es gehört zu den drei Geburtsfesten, die wir in der Kirche feiern: Jesu Geburt an Weihnachten, Mariä Geburt am 8. September und die des Johannes. Bei allen anderen Heiligen wird das Gedächtnis an ihrem Todestag begannen. Zum ...

BauwagenLaden wieder mittwochs geöffnet

Ab Mittwoch, 09.06.2021 öffnet wieder unser BauwagenLaden von 15.00 - 17.00 Uhr. Es werden selbstgenähte Taschen aus alten Jeans u. a. m. zum Verkauf angeboten. Der Erlös ist für das Projekt: „Frauen für Frauen“ unserer Partnerschaft Litumbandyosi. Auf Ihren Besuch freuen sich Angelika Schwarzkopf und Anita Zitz ...

Morgenandacht in St. Marien

Immer am ersten Mittwoch im Monat gibt es morgens um 8:00 Uhr in Glattbach, St. Marien, eine Andacht. Pastoraler Mitarbeiter Richard Rosenberger hilft mit jahreszeitlichen Impulsen in den Tag und auch gleich in den jeweiligen Monat hinein. Das Ganze mischt sich mit musikalischen Einspielern und meditativen Elementen. Und danach begleitet "Morning Has Broken" ans Tageswerk (oder frühStück ...

Verschiebung der Erstkommunion in den Herbst

Um den Erstkommunionkindern ein richtiges Fest zu ermöglichen, wurden in enger Absprache mit den Familien die Termine in den Herbst verschoben. Die Glattbacher Kinder feiern ihre Erstkommunion am Samstag, den 2. Oktober 2021 um 11:00 Uhr im Roncalli-Zentrum. Am Sonntag, den 3. Oktober 2021 ist dann das Fest für die Johannesberger Kinder um 10:00 Uhr wegen der Größe des dortigen Kirchenraums ...

#mariazweipunktnull und #liebegewinnt

Am vergangenen Samstag, 15. Mai  feierten wir in der Glattbacher Pfarrkirche St. Marien "Kirchweih". Aus diesem Anlass wurden die neuen Täfelchen vorgestellt, die Informationen zur Ausgestaltung des Kirchenraumes bieten. In sechs Stationen wurden zudem die Thesen der katholischen Frauenbewegung "Maria 2.0" damit in Verbindung gebracht (s.u.). Frauen aus unserer Pfarrei brachten ihre ...

Walldürn-Wallfahrt-Gottesdienst in Glattbach am Samstag, 19.06.2021

Wegen der CORONA-Auswirkungen wurde die Walldürn-Wallfahrt unserer Pfarreiengemeinschaft in den Jahren 2020 und 2021 abgesagt. Um dennoch diese wertvolle Tradition zu pflegen, laden Andrea Kraus und Nikolaus Hegler zum Gottesdienst der Walldürn-Wahlfahrer am Samstag, 19.06.2021 um 17.45 Uhr nach Glattbach in St. Marien im Roncalli-Zentrum herzlich ein. Aussetzung, Eucharistischer Segen und Te ...

Orgel-Gebet mit Karsten Schwind in Steinbach

In der Kirche Verklärung Christi in Steinbach werden in den Sommermonaten Orgel-Gebete mit Karsten Schwind und Pfarrer Hegler stattfinden, zu denen wir heute schon herzlich einladen. Musik und meditative Texte laden zum Nachdenken und Beten ein. An den folgenden Sonntag jeweils um 18.00 Uhr: Sonntag, 20. Juni 2021 Sonntag, 04. Juli 2021 Sonntag, 15. August 2021 ...

Leserbrief zum Artikel: „Wir sind keine 'Zelebrations-Maschinen!'“

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Nachrichten

Fronleichnam 2021

Unter starker Beteiligung feierte die  Pfarrei St. Johannes Enthauptung den Festgottesdienst am Fronleichnamstag in der Pfarrkriche, die durch eine sehr ansprechende Dekoration von Imelda Steinbacher, Angelika Schwarzkopf und Toni Steinbacher mit großen und kleinen Fahnen, sowie Spruchtischdecken auf den vielen Altären für einen entsprechenden Flair sorgte. Dass sich unser Gott in Brot ...

Verabschiedung beim Kirchbergfest 2021 in Steinbach

Zur typischen Tageszeit (14.00 Uhr!) versammelten sich die Steinbacher in ihrer Kirche Verklärung Christi zum Festgottesdienst, der unter normalen Bedingungen den Start des Kirchbergfestes bildet. Mit großer Freude und viel Applaus wurde unser Ruheständler Karl Mödl begrüßt und zu seinem 80. Geburtstag gratuliert, den er ja in seiner Reha im fernen Bad Soden-Salmünster in der Abgeschiedenheit ...

Pfarrer Linus Eizenhöfer ist umgezogen

Der aus Oberafferbach stammende Priester, Herr Linus Eizenhöfer, Pfarrer in Ruhe, ist ins Betreute Wohnen umgezogen. Seine neue Anschrift lautet ...

Sternsinger-Aktion 2021: Herzlichen Dank!

Allen, die bei der Organisation und Durchführung der diesjährigen Sternsinger-Aktion mitgewirkt haben, gilt es zu danken: Gut, dass Sie in der durch CORONA-Pandemie eingeschränkten Weise sich für diese wichtige Kinder-Aktion eingesetzt haben. Danken möchten wir auch allen Spenderinnen und Spendern, die durch Ihre Überweisung oder Bareinzahlung im Pfarrbüro unser Anliegen mittragen: Gut, dass Sie ...

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