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10.11.2019 - 32. Sonntag im Jahreskreis - 

Liebe Leserin, lieber Leser!

Die Ökumenischen Friedensdekade: „Schwerter zu Pflugscharen!“ (Micha 4,3) hatte eine lange Tradition in der DDR und wird nach der Wiedervereinigung auch in Pfarreien der alten Bundesländer begangen.

Die zehn Tage vor dem Buß- und Bettag laden ein, für den Frieden zu beten und sich selbst in die Pflicht zu nehmen, für ein friedliches Miteinander stark zu machen. 2019 feiern wir 30 Jahre friedliche Revolution in der DDR und erleben gleichzeitig, wie Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft und in dieser Welt zunehmen. Ziel der friedlichen Revolution aber waren Freiheit und Frieden! Wir tun gut daran, uns an diese Ziele zu erinnern und allen Hassreden, aller Gewalt und Ausgrenzung eine Abfuhr zu erteilen. Da ist der Einsatz jedes Einzelnen gefragt!

Jan Gildemeister schreibt zum Motto der Friedensdekade 2019: „'Friedensklima' beschreibt den Wunsch nach einer besseren Welt und zugleich eine bereits gelebte Praxis. Theologisch gesprochen: Es geht um das Reich Gottes auf Erden, das Hoffnung, Zusage und zugleich bereits Realität ist. Dies ist Aufforderung und Ermutigung, auf dem (Pilger-) Weg der Gerechtigkeit und des Friedens weitere Schritte zu gehen, hin zu einem Friedensklima - durch den Einsatz für die natürliche Umwelt und für ein gewaltfreies Miteinander und konstruktive Konfliktbearbeitung.“

„Friede“ ist ein zentraler Inhalt der biblischen Überlieferung und ein unverzichtbarer Auftrag für alle, die sich ihrem Anspruch verpflichtet wissen. Dabei meint Friede - Schalom - in einem umfassenden Sinn das Heilsein des Menschen, der menschlichen Gemeinschaft und der ganzen Schöpfung. Im Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung haben sich Kirchen und Bewegungen in aller Welt diesen Auftrag zu eigen gemacht.

Ich lade Sie ein mit mir in der Friedensdekade für den Frieden beten:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht;
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt;
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo die Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten:
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen,
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen.

Ihnen und Ihren Angehörigen wünsche ich im Namen aller Seelsorger/innen einen frohen Sonntag und eine gute Woche!
Ihr Nikolaus Hegler, Pfarrer

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