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20.02.2022 - 7. Sonntag im Jahreskreis - Hat's in diesem Winter eigentlich schon nennenswert geschneit? In meiner Erinnerung nicht wirklich. Der olympische Kunstschnee im Fernsehen zählt sowieso nicht. Allerdings ist in den letzten Wochen ordentlich eine Lawine über der Katholischen Kirche abgegangen - ganz ohne Schnee. Da kommen einem die Aktion „OutInCurch“ oder die Bemühungen des „Synodalen Wegs“ wie überforderte Lawinenhunde vor, die allenfalls ein bisschen Rettung verheißen.

Fast schon reflexhaft klammere ich mich in der Kirchenkrise an Botschaft und Beispiel Jesu von Nazareth fest. Dabei beschleicht mich die Ahnung, dass alle Reformbemühungen irgendwie an der falschen Stelle ansetzen. Natürlich ist es unbedingt notwendig, dass die Kirche endlich auf Höhe der Menschenrechte und der Standards einer modernen Organisation ankommt: Transparenz, wirksamer Schutz vor Missbrauch und Manipulation, Gleichheit von Mann und Frau, demokratisch legitimierte Macht. Von Jesus her gedacht und gefühlt kommen mir aber noch ganz andere Dinge in den Sinn. Ach, wären doch alle Akteure in der Kirche, all unsere vielen Gemeinschaften und Gemeinden einfach etwas weniger narzisstisch-selbstbezogen-klerikal-abgehoben, sondern stattdessen mehr …

  • offen, zugewandt und freundlich im Kontakt
  • sensibel für die Bedürfnisse und Sehnsüchte der Menschen
  • hilfsbereit und heilsam in der Begleitung

… so wie es Jesus war und ist!

Wenn am kommenden Sonntag die „Errichtung des Pastoralen Raumes Aschaffenburg-Ost“ gefeiert wird, kann man – um im Bild zu bleiben – durchaus die Frage stellen: Ist diese katholische Neuordnung für unsere Kirchengemeinden vor Ort eher ein Teil des Lawinenabgangs oder eher ein Teil der Rettung? Sicherheitshalber bleibe ich auch in dieser Frage bei meinem Reflex, in Kontakt mit Jesus zu bleiben. Da wird dieser Schritt nämlich völlig nebensächlich. Hauptsache: Offen, sensibel, heilsam!

Mit herzlichen Grüßen aus Ihrem örtlichen Team der Seelsorger,
Richard Rosenberger

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